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unser Patron "heilger Bonifatius" |
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Hl.
Bonifatius
BONIFATIUS, Wynfnith, als »der Apostel der
Deutschen« gleichzeitig der Bahnbrecher der römischen Herrschaft in
Deutschland, * 671/72 zu Crediton in Wessex als Sohn eines reichen
Gutsbesitzers, † 5.6. 754 am Fluß Borne in der Nähe
des heutigen Dokkum am Dollart, beigesetzt in Fulda.
- Zum Dank für erfahrene Genesung brachte sein Vater ihn mit sieben Jahren in
das Kloster Adescancastre. Bald darauf kam er in das
Benediktinerkloster Nhutscelle, nördlich von Southampton, wo er in dem frommen, gebildeten Geist des
angelsächsischen Mönchtums heranwuchs. B. wurde Lehren und zum Priester
geweiht, gab aber die ihm bevorstehende glänzende Laufbahn auf und zog 716 mit
einigen Genossen als Missionar nach Friesland, wo ihr Wirken wegen der
Christenfeindlichkeit des Friesenherrschers Radbod
erfolglos war. Da die Friesen mit Karl Martell in Krieg lagen, kehrte er in
sein Kloster zurück, lehnte aber die Wahl zum Abt ab, weil er sich zum
Missionar berufen wußte. Im Spätherbst 718 reiste B.
nach Rom, um sich vor einer weiteren missionarischen Wirksamkeit in Deutschland
der Unterstützung durch den Papst zu versichern. Am 15.5. 719 erhielt er von
Gregor II. seine Bestallungsurkunde als Prediger unter den Heiden und zugleich
den Auftrag, in dem bereits als christlich geltenden Land Thüringen die
bestehende Kirche zu reformieren, zu organisieren und Rom unterzuordnen. Als B.
erfuhr, daß Radbod
gestorben sei, zog er den Rhein hinab zu Willibrord
und arbeitete an seiner Seite drei Jahre in Friesland, lehnte aber ab, für
immer dort zu bleiben und Willibrords Nachfolger zu
werden, weil er sich durch den Auftrag des Papstes gebunden fühlte. B. wandte
sich 722 nach dem Lahngau und gründete als Stützpunkt für seine weitere
Missionsarbeit das Kloster Amöneburg an der Ohm. Er
wirkte erfolgreich und drang nach Niederhessen bis an die sächsische Grenze
vor. In Rom empfing B. am 30.11. 722 durch Gregor II. die Weihe zum
Missionsbischof gegen die eidliche Verpflichtung, mit den Bischöfen, die sich
nicht an die kanonischen Vorschriften hielten, keine Gemeinschaft zu haben,
sondern ihnen vielmehr ihre Tätigkeit zu wehren oder sie dem Papst anzuzeigen.
Im Frühjahr 723 kehrte er von Rom zurück und suchte zunächst Karl Martell auf,
der ihn als Bischof anerkannte und ihm einen Schutzbrief ausstellte. B. nahm
die Arbeit in Hessen wieder auf und eroberte das Land durch eine kühne Tat,
durch die Fällung der mächtigen, dem Donar geweihten
Eiche bei Geismar. Im Spätsommer 724 zog er nach
Thüringen und entfaltete auch hier eine erfolgreiche Wirksamkeit: baute
Kirchen, gründete in Ohrdruf ein Kloster und regelte trotz des iroschottischen Widerspruchs die kirchlichen Verhältnisse
in Thüringen nach römischen Vorschriften. B. wurde 732 von Gregor III. zwecks
selbständiger organisatorischer Tätigkeit zum Missionserzbischof ernannt,
setzte aber zunächst seine Missionsarbeit in der alten Weise fort. 738 zog B.
zum drittenmal nach Rom und begann nach seiner
Rückkehr mit der Errichtung von Bistümern. Er gründete 739 in der bayrischen
Kirche die Bistümer Salzburg, Regensburg, Freising und Passau, denen 745 das
Bistum Eichstätt an der Altmühl folgte. 741 errichtete er das Bistum Würzburg,
das Mainfranken und das südwestliche Thüringen umfaßte,
und das Bistum Buraburg für Hessen, das aber bald
nach dem Tod des Bischofs Witta (vor 763/65) mit Mainz vereinigt wurde. Im
Herbst 741 bestimmte er Erfurt zum nordthüringischen Bischofssitz, den man aber
zugunsten des Sprengels Eichstätt aufgab. Nach dem Tod Karl Martells (741) ging
B. mit großer Tatkraft an die Reform der fränkischen Kirche, die durch die
Willkür der Hausmeier und die Verweltlichung der Geistlichkeit in argen Verfall
geraten war. Er hielt im Osten, in Austrasien, dem
Machtbereich Karlmanns, und im Westen, in Neustrien,
dem Machtbereich Pippins, Synoden ab, stieß aber in seinem Bemühen um
Romanisierung der Kirche auf stanken Widerstand. B. setzte es 745 auf der
gemeinsamen Synode durch, daß die beiden Führer der
Widerstandsbewegung, die Bischöfe Aldebert und
Clemens, und ein anderer seiner Gegner, der Bischof Gewilib
von Mainz, der an einem Sachsen Blutrache geübt hatte, abgesetzt und der Klosterhaft übergeben wurden. B. erreichte nicht die von
ihm erstrebte offizielle Anerkennung der Oberhoheit Roms über die fränkische
Kirche, weil die Fürsten sie nicht vollzogen und nur ein Teil der Bischöfe auf
seiner Seite stand, während bei dem national-fränkisch gesinnten Teil sich ein
starker Widerstand dagegen erhob, woran es auch lag, daß
er sich mit Mainz als Bischofssitz begnügen mußte,
obwohl auf der Generalsynode von 745 auf seinen Wunsch Köln als fester
Metropolitansitz für ihn bestimmt worden war. B. zog sich in sein Bistum Mainz
zurück und wandte seine besondere Liebe dem Kloster Fulda zu. An den großen
kirchlich-politischen Ereignissen war er nicht mehr beteiligt. B. legte 752 das
Bischofsamt nieder und zog im Sommer 753 nach Friesland. Er ordnete an der
Ostküste des Zuidersees auf fränkischem Gebiet die
kirchlichen Verhältnisse und verlebte den Winter in Utrecht. Im Frühjahr drang
B. immer tiefer in das Heidenland vor. Das Evangelium fand aufnahmewillige
Herzen. Am Mittwoch vor Pfingsten sollte die Firmung der Neubekehrten
stattfinden. In der Morgenfrühe dieses Tages wurde B. von einer heidnischen
Schar überfallen. Er verbot seinen Gefährten jede Gegenwehr und wurde mit ihnen
erschlagen.
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